Tsaytreise

Theaterpädagogisches Stück zum Thema Judentum in Deutschland

 

Eine Mischung aus Revue, Pantomime und Tanz, bei der in der Geschlossenheit
eines verlassenes Raumes 1700 Jahre jüdischer Geschichte in Deutschland
dargestellt werden.
Das Stück verfügt über keinen Dialog. Die Handlung wird ausschließlich durch das
Spiel der Darstellerenden vermittelt. Durch die präzise Bild- und Körpersprache.
Die Drei Haupthemen des Stückes – die vergehende Zeit, die Zerbrechlichkeit des
Menschen und die Geschichte der kleinen, ausgestoßenen Leute – werden im
Mikrokosmos des verlassenen Raumes entfaltet, ohne das ein Wort gesprochen
wird.

 

Inhalt:
Die 1700-jährige Geschichte des Judentums in Deutschland soll in (voraussichtlich
zwölf) einzelnen Episoden, die mit jeweils einem Jahrhundert und einem Ort
verknüpft sind auf performative Weise nacherzählt werden. Eine Episodenfolge
könnte dabei wie folgt aussehen:

(1) 321 n. Chr. Ersterwähnung in Köln

(2) Erster jüdischer Kaufmann Isaak am Hofe Karl des Großen 

(3) Erste jüdische Gemeinden zur Zeit Otto des Große u.a. in Mainz

(4) Blütezeit und Verbreitung des Judentums in Deutschland im Frühmittelalter und das bischöfliches Privileg in Speyer als Vorbild für andere Gemeinden

(5) Die Kreuzzüge und die ersten Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung - Trier als Zufluchtsort

(6) Wirken des Spruchdichters Süßkind von Trimberg in Würzburg

(7) Die Pest, ihre Abwanderungsfolgen und die Entstehung des Jiddischen

(8) Joseph Süß Oppenheimer in Stuttgart

(9) 1813 Bayerisches Judenedikt und Gleichstellung der Juden in der Reichsverfassung 1871
(10) Jüdische Kulturschaffende in der Weimarer Republik und im dritten Reich im
kulturellen Zentrum Berlin und Blick auf die Shoah

(11) Jüdisches Leben heute

(12) Ausblick

Pädagogisches Konzept:
Darüber hinaus soll vor allem für die Zielgruppe der Schüler*innen eine
umfangreiches theaterpädagogisches Begleitprogramm angeboten werden, um die
bisherige verknappte Historie jüdischen Lebens für den Geschichtsunterricht um
einige Jahrhunderte zu ergänzen. Die Fülle der Klischees und Ressentiments soll
durch multiperspektivische Bearbeitung und Einbindung der Jugendlichen
bearbeitet und Klischees und mögliche Vorurteile so ad absurdum geführt werden.
Mittels der theaterpädagogischen Einbindung von Schulklassen erzeugen wir eine
vertiefende und nachhaltige Wirkung unseres Projektes in der Zielgruppe der
Schüler*innen. Nachhaltigkeit ist keine typische, projektübliche
Selbstverständlichkeit, sondern wird derzeit beiderseitig - bei Darstellenden und auch Zuschauenden vermehrt eingefordert. Das Publikum, aber auch die eigenen
Mitwirkenden sollen und werden unser Thema in den nächsten Jahren vermehrt in
die öffentliche Besprechung und die Theater tragen. Teilweise lässt sich das bereits
beobachten. Es reicht heute nicht mehr, in der Schule und auf der Bühne
gesellschaftsrelevante Themen zu verhandeln, als "stattgefunden" abzuhaken und
sich selbst keine Gedanken darüber zu machen, wie man diese im eigenen
(Er)Leben umsetzt. Diese Diskrepanz wird hinterfragt werden. Die Teilnehmenden
des Projektes und der theaterpädagogischen Gruppen sind künftige Multiplikatoren
einer differenzierten Sicht auf Historie, Zusammenhänge und künftige Gestaltung
(jüdischen) Zusammenlebens in Deutschland. Mittels theaterpädagogischmethodischer
Wissensvermittlung erwächst den Schüler*innen und Lehrenden
beteiligter Schulen die Kompetenz umfassender Betrachtung historischer
Zusammenhänge. Weiterhin zielt die das Projekt begleitende Vermittlungstätigkeit
auf eine kritische, mutige und multiperspektivische Weise, jüdisches Leben in
Deutschland in Gesamtkontexte einordnen zu können. Ebenso sollen Erwachsene
einen anderen, neuen Blick auf die jüdische Geschichte in Deutschland werfen
können, die so viel umfassender als mehrere Jahre des Holocaust und Jahrzehnte
der Verfolgung ist. Produktions- und Premierenstandort soll der Raum Stuttgart sein.
Premierenspielort mit vier weiteren Terminen wird dabei (?). Darüber hinaus ist der
Wunsch, die Produktion auf eine Tour wenigstens durch die im Stück
hervorgehobenen Orte, gerne darüber hinaus deutschlandweit, zu schicken. Die
Sichtbarmachung soll hier in Zeiten eines wiedererstarkenden Antisemitismus’
Verschwörungstheorien besonders entgegenwirken.

Kontakt und Buchung:
INSIDE OUT e.V. Kontaktpersonen
Mail
Telefon
Baden-Württemberg und andere Bundesländer
Moema Smago
moema.smago@io-3.de
0176-13420443
Saarland und Rheinland-Pfalz
Leila Younis
leila.younis@io-3.de
0176-13420444
Nordrhein-Westfalen
Jascha Stiller
jascha.stiller@io-3.de
0176-13420446
Hessen
Lars Wiegold
lars.wiegold@io-3.de
0176-13420445
Bayern
Luisa Taubert
luisa.taubert@io-3.de
0176-13420448